Aktuelle News zum EU AI Act
Wenn Sie die Entwicklungen rund um den EU AI Act verfolgen, ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass in den letzten Monaten zahlreiche Updates, Kommentare und Einschätzungen dazu veröffentlicht wurden. Ein Großteil dieser Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie die Europäische Union das Gesetz in der Praxis umsetzen und durchsetzen will.
Getrieben werden die aktuellen Diskussionen vor allem durch die Bemühungen der Europäischen Kommission, die digitale Regulierung der EU zu vereinheitlichen und zu vereinfachen – ein Ansatz, der unter dem Begriff Digital Omnibus bekannt ist.
Die Vorschläge zielen darauf ab, unnötige Komplexität zu reduzieren, mehr Konsistenz zwischen den Mitgliedstaaten zu schaffen und die Durchsetzung stärker an verfügbaren Standards, Leitlinien und Aufsichtskapazitäten auszurichten. Damit rückt neben der theoretischen Compliance zunehmend die operative Governance in den Mittelpunkt, also die Frage, wie Unternehmen im Alltag mit KI-Risiken, Verantwortlichkeiten und Nachweisen umgehen.
In der Praxis bedeutet dies, dass einige Aspekte der Umsetzung des AI Act im Laufe der Zeit angepasst oder präzisiert werden können. Dabei sind bestimmte Verpflichtungen eher an die Reife des gesamten Compliance-Ökosystems als an feste Termine gebunden.
Für Unternehmen verschiebt sich die Herausforderung somit von der Verfolgung einzelner Updates hin zur Aufrechterhaltung einer kontinuierlichen Bereitschaft, die mit den sich wandelnden Anforderungen Schritt hält.
OneTrust ermöglicht es Ihnen, KI-Governance gemeinsam mit Datenschutz, Risiken und Sicherheit auf einer zentralen Plattform zu verwalten. So kann sich Ihr Unternehmen mühelos an neue Leitlinien anpassen, ohne bei jeder Änderung der Durchsetzungsvorgaben Arbeitsabläufe oder Nachweise erneut erstellen zu müssen.
Es ist wichtig, zu unterscheiden, was die aktuellen Vorschläge bereits klar erkennen lassen und was sich noch in der Weiterentwicklung befindet:
- Bereiche, in denen die Richtung bereits klar erkennbar ist, etwa ein schrittweiser Umsetzungsansatz sowie eine engere Abstimmung mit unterstützenden Standards und Leitlinien
- Bereiche, die sich noch in der Entwicklung befinden, darunter detaillierte Leitlinien, Durchsetzungspraktiken und Aufsichtserwartungen auf Ebene der Mitgliedstaaten
Die Vorschläge beziehen sich nicht auf den Gesetzestext des AI Act. Vielmehr zeigen sie das Bestreben, dessen Durchsetzung in einer komplexen und sich schnell entwickelnden Technologielandschaft praxistauglicher zu gestalten.
Was vorgeschlagen wird
Die jüngsten Vorschläge zum EU AI Act beziehen sich vor allem auf Zeitpläne, die praktische Umsetzung und Leitlinien. Inhaltliche Änderungen des Gesetzes selbst werden jedoch nicht thematisiert.
Anpassungen der Zeitpläne und Einführungsmechanismen
Im Rahmen der Diskussionen zum Digital Omnibus wurden Vorschläge zur Anpassung der Art und Weise sowie des Zeitpunkts der Anwendung bestimmter Verpflichtungen aus dem AI Act gemacht, insbesondere für komplexere oder risikoreichere Anwendungsfälle. In einigen Fällen kann die Durchsetzung an die Verfügbarkeit harmonisierter Standards, technischer Spezifikationen oder offizieller Leitlinien geknüpft sein.
Dies bringt für Unternehmen sowohl Flexibilität als auch Unsicherheit mit sich.
Wenn Verpflichtungen an Meilensteine der Reife statt an feste Termine geknüpft sind, besteht das Risiko, dass Unternehmen, die abwarten, weniger Zeit als erwartet haben, sobald die Anforderungen in Kraft treten.
Klarstellungen zu Hochrisiko-KI und Aufsicht
Hochrisiko-KI-Systeme stehen weiterhin im Mittelpunkt. Jüngste Updates und Stellungnahmen betonen die Bedeutung klarer Leitlinien in Bezug auf Dokumentation, Risikomanagement, menschliche Aufsicht und Überwachung nach dem Inverkehrbringen. Diese Klarstellungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, die Anforderungen einheitlich anzuwenden, ohne dabei die Messlatte des Gesetzes zu senken.
Warum die Vorschläge eingebracht wurden
Die Anpassungen spiegeln die praktischen Gegebenheiten wider:
- Normungsgremien und Aufsichtsbehörden benötigen Zeit, um Leitlinien vollständig auszuarbeiten
- Unternehmen benötigen Klarheit, um Maßnahmen korrekt und einheitlich umsetzen zu können
- Regulierungsbehörden wollen sicherstellen, dass die Durchsetzung im gesamten EU-Raum glaubwürdig und konsistent erfolgt
Kurz gesagt: Die EU konzentriert sich darauf, wie Compliance umgesetzt wird – nicht darauf, ob sie überhaupt umgesetzt wird.
Was sich nicht geändert hat
Auch wenn sich Zeitpläne und Leitlinien ändern können, bleiben die zentralen Grundsätze des AI Act bestehen. Genau hier unterschätzen viele Unternehmen oft, worauf es wirklich ankommt.
Der risikobasierte Ansatz bleibt bestehen
Der AI Act basiert weiterhin auf einem risikobasierten Rahmen. Die Pflichten richten sich danach, wie und wo KI eingesetzt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn Systeme die Rechte, die Sicherheit oder den Zugang zu wesentlichen Dienstleistungen beeinflussen.
Von Unternehmen wird weiterhin erwartet, dass sie Folgendes verstehen:
- welche KI-Systeme sie einsetzen oder bereitstellen
- wie diese Systeme verwendet und integriert werden
- welches Risikopotenzial sie bergen
Die Verantwortung bleibt bei den Unternehmen
Anbieter und Betreiber bleiben für die Einhaltung der Vorgaben verantwortlich.Die Verantwortung liegt auch künftig bei den Unternehmen selbst und nicht bei den Aufsichtsbehörden oder Lieferanten. Unternehmen müssen nachweisen können, dass ihre Governance funktioniert und wirksam umgesetzt wird.
Nachweisbare Governance ist nach wie vor erforderlich
Richtlinien allein reichen nicht aus. Unternehmen müssen Folgendes nachweisen können:
- Risiko- und Folgenabschätzungen
- dokumentierte Entscheidungen und Genehmigungen
- laufende Überwachung und Kontrolle
- klare Zuständigkeiten und Eskalationswege
Die breite Anwendbarkeit über Grenzen und Branchen hinweg bleibt bestehen
Der AI Act gilt nach wie vor industrie- und grenzübergreifend. Er betrifft multinationale Unternehmen, europäische Tochtergesellschaften und globale Anbieter mit EU-Nutzern gleichermaßen.
In diesem Kontext erweist sich eine Plattform wie OneTrust als entscheidend. Sie bietet einen soliden Rahmen für klare Governance-Erwartungen, selbst wenn sich die Details der praktischen Umsetzung weiterentwickeln. Unternehmen erhalten damit eine zentrale, vernetzte Lösung, um Nachweise, Arbeitsabläufe und Aufsicht effizient zu steuern, anstatt auf voneinander getrennte Tools und improvisierte Prozesse angewiesen zu sein.
Warum das für Führungskräfte wichtig ist
Es geht nicht nur um rechtliche Fragen. Ebenso wichtig ist das zugrunde liegende Betriebsmodell, denn es bestimmt, wie ein Unternehmen KI plant, entwickelt und skaliert.
KI-Systeme sind selten in nur einer einzigen Abteilung verankert. In der Regel werden sie von mehreren Teams entworfen, trainiert, implementiert und überwacht – oft über verschiedene Regionen und Berichtslinien hinweg. In der Praxis berührt KI viele Unternehmensbereiche:
- Produkt- und Engineering-Teams entwickeln KI-gestützte Funktionen und setzen sie ein
- Datenteams trainieren, testen und pflegen die Modelle
- Sicherheitsteams steuern Zugriff, Überwachung und Incident Response
- Datenschutz- und Risikoteams bewerten Auswirkungen, Anforderungen und Compliance-Pflichten
- Beschaffungsteams sind für das Management externer KI-Anbieter und zugehöriger Tools verantwortlich
Für Führungskräfte ergibt sich daraus eine Herausforderung, die sich nicht allein durch rechtliche Updates lösen lässt.
Bei fragmentierten Zuständigkeiten ist oft unklar, wer wirklich in der Pflicht steht. Entscheidungen werden in Silos getroffen, Nachweise liegen in unterschiedlichen Systemen und es fehlt eine unternehmensweite Übersicht über KI-Risiken.
Diese Fragmentierung erhöht das Risiko, wenn Führungskräfte auf eine vermeintlich „endgültige Klarheit“ warten:
- Governance erfolgt reaktiv statt vorausschauend
- Teams geraten unter Zeitdruck und müssen sich hastig abstimmen
- Dokumentation und Nachweisführung müssen im Nachhinein neu aufgebaut werden
- regionale Teams spüren die Auswirkungen zuerst – oft ohne passende Tools oder Leitlinien für ein einheitliches Vorgehen
Die jüngsten Entwicklungen rund um den EU AI Act zeigen deutlich, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen von regulatorischer Unsicherheit betroffen sind. Unternehmen mit fragmentierter Governance haben Mühe, Schritt zu halten, während Unternehmen mit vernetzter Aufsicht und klaren Verantwortlichkeiten sich problemlos an neue Anforderungen anpassen können.
Für Führungskräfte stellt sich somit nicht mehr die Frage, ob KI-Governance durchgesetzt wird, sondern ob das eigene Unternehmen dafür ausreichend strukturiert ist.
Immer deutlicher zeigt sich, dass informelle Abstimmungen und isolierte Tools dafür nicht ausreichen. Gefragt ist ein einheitlicher Governance-Ansatz, der KI, Datenschutz, Risiken, Sicherheit und die Kontrolle von Drittparteien in einem zentralen System zusammenführt – genau das Betriebsmodell, das Plattformen wie Onetrust unterstützen.
Was Führungskräfte jetzt tun sollten
Es geht nicht darum, die Anforderungen des AI Act vorzeitig vollständig zu erfüllen, sondern vielmehr darum, die richtigen Grundlagen zu schaffen.
1. Verankern Sie KI-Governance als Teil Ihrer übergreifenden Risiko-Governance
KI sollte nicht isoliert betrachtet werden. Die Governance sollte mit bestehenden Risiko-, Datenschutz- und Sicherheitsprogrammen verknüpft werden, um eine gemeinsame Nutzung von Kontrollen und Nachweisen zu ermöglichen.
2. Verbinden Sie die KI-Aufsicht eng mit Datenschutz, Datenmanagement und Sicherheit
Viele KI‑Verpflichtungen beruhen auf denselben grundlegenden Kontrollen wie die DSGVO und gängige Sicherheitsrahmenwerke. Durch eine enge Abstimmung dieser Bereiche wird Doppelarbeit reduziert und potenzielle Lücken werden geschlossen.
3. Etablieren Sie wiederholbare und prüfbare Prozesse
Ein häufiger Fehler bei der KI-Governance ist die Betrachtung jeder Bewertung als einmalige Angelegenheit. Dadurch werden die Teams ausgebremst und es wird schwieriger, eine konsistente und überprüfbare Compliance über einen längeren Zeitraum hinweg nachzuweisen.
- Inventarisierung und Klassifizierung der KI‑Systeme
- Risiko‑ und Folgenabschätzungen
- Überprüfung und Genehmigung
- Überwachung und regelmäßige Neubewertung
4. Bereiten Sie sich auf Audits und sich weiterentwickelnde Durchsetzungsmaßnahmen vor
Die Frage der Aufsichtsbehörden wird nicht lauten: „Haben Sie eine Richtlinie?”, sondern: „Können Sie zeigen, wie Ihre Governance in der Praxis funktioniert?”
Genau hier entfalten Plattformen wie OneTrust ihren Mehrwert. Sie unterstützen Unternehmen dabei, KI-, Datenschutz-, Risiko- und Third-Party-Governance über vernetzte Workflows und gemeinsame Nachweise statt durch manuelle Koordination zu steuern.
Die strategische Erkenntnis
Der AI Act wird sich weiterentwickeln. Leitlinien werden präziser, Standards werden finalisiert und die Durchsetzungspraxis wird mit der Zeit klarere Formen annehmen. Diese Phase des Wandels ist keine Ausnahme, sondern spiegelt voraussichtlich die zukünftige Funktionsweise der KI-Regulierung in Europa wider.
In einem solchen Umfeld sind Unternehmen im Vorteil, die sich an neue Erwartungen anpassen können, ohne jedes Mal ihre Governance-Programme von Grund auf vollständig neu aufzubauen. Unternehmen, die auf eine einheitliche Governance setzen, können Updates mit deutlich weniger Reibungsverlusten umsetzen, da Aufsicht, Nachweise und Verantwortlichkeiten bereits miteinander verknüpft sind. Unternehmen, die auf Tabellenkalkulationen, Insellösungen oder informelle Abstimmungen angewiesen sind, stoßen dagegen schnell an ihre Grenzen – insbesondere, wenn die Anforderungen zusammenwachsen und enger werden.
Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht nicht allein durch die rechtliche Auslegung.
Er wird sich aus der operativen Reife ergeben, also der Fähigkeit, jederzeit nachzuweisen, wie KI-Systeme in der Praxis über Teams, Regionen und Risikobereiche hinweg gesteuert werden.
Plattformen wie OneTrust wurden genau dafür entwickelt. Sie unterstützen Unternehmen dabei, KI-Governance als integrierten Bestandteil eines umfassenden, vernetzten Risiko- und Compliance-Programms umzusetzen.
Erfahren Sie, wie ein einheitlicher Governance-Ansatz Ihr Unternehmen auf den EU AI Act vorbereiten und Sie beim Umgang mit sich weiterentwickelnden Anforderungen unterstützen kann.
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Häufig gestellte Fragen